Was ist der Nutzen eines Unternehmensberaters? Können wir das nicht alles auch selber?

Was ist der Nutzen eines Unternehmensberaters? Können wir das nicht alles auch selber?

Welchen Nutzen stiftet ein externer Berater, den ein Unternehmen selbst nicht einbringen kann?

Eine berechtigte Frage. Schließlich kennen die Mitarbeiter ihre Branche, ihre Kunden, ihre Lieferanten, ihre internen Abläufe, ihr Personal, ihre Hierarchien, ihre Ausstattung, ... am besten. Das stimmt. Das wird auch immer so sein. Meiner Erfahrung nach gibt es drei Punkte, die einen externen Berater zur sinnvollen Ergänzug des eigenen Teams machen:

  • Fach- und Methodenkompetenz
  • Blick von außen
  • Neutrale Position

Wie bitte? Fach- und Methodenkompetenz sind in Ihrem Unternehmen sehr wohl vorhanden? Schließlich legen Sie großen Wert auf Weiterbildung? Entschuldigen Sie, ich wollte damit nicht andeuten, dass in Ihrem Unternehmen die Kompetenz fehlt. Im Gegenteil. In jedem Unternehmen sind Fachleute vorhanden. Und diese kennen viele Problemstellen und haben auch jeder für sich eine Vorstellung davon, wie diese zu beseitigen sind. Aber mal ehrlich, wieviele Ihrer Mitarbeiter kommen mit ihren Vorschlägen tatsächlich zu jemandem, der sie umsetzt? Nur ganz wenige Organisationen haben ein Klima, in dem Mitarbeiter gerne Verbesserungsvorschläge einbringen. Meistens ist ihnen die Gefahr zu groß, dass sie selbst Nachteile daraus ziehen.

Als Unternehmensberaterin kann ich mit Hilfe von methodischem Vorgen und der richtigen Atmosphäre im Projekt eine Umgebung schaffen, wo Hierarchien kurzzeitig ausgeschaltet und Ideen und Vorschläge "gefahrlos" eingebracht werden können. Und nicht nur das: In größeren Projekten gibt es fast immer den Punkt, ab dem sich die MitarbeiterInnen als wichtiger Teil einer innovativen, selbstgestalteten Zukunft sehen. In meinen Augen ist das die beste Grundlage für ein nachhaltiges Umsetzen toller Maßnahmen.

Der Blick von außen ist etwas, das jeder kennt. In der Zeit, in der man neu in ein Unternehmen kommt, alles kennen lernt, in dieser Zeit sieht man viele Dinge, die eigentlich besser gemacht werden könnten. Später, wenn man eingearbeitet ist, hat man sich aber an das meiste bereits gewöhnt. Man entscheidet sich, die eigene Energie in die Verbesserung von nurmehr einzelnen Themen zu investieren. Wenn überhaupt. Diese Situation habe ich als Beraterin nicht. Ich werde nicht "Teil des Systems". Ich kann Dinge sehen und habe auch die Rolle, diese anzusprechen. Und nicht selten kommt hier ein im Vergleich zum Umstellungsaufwand sehr lukratives Verbesserungspotenzial ans Licht.

Nicht nur die fehlende Betriebsblindheit und die neutrale Rolle spielen hier mit. Natürlich habe ich in meiner Laufbahn schon viele verschiedene Organisationen kennen lernen dürfen. Dieser Einblick in unterschiedlichste Unternehmen (zB Automobilindustrie) liefert immer wieder brauchbare Lösungsansätze in meine Kundenprojekte.

Eine weitere, ganz besondere Situation für alle Beteiligten einer Organisation bietet die neutrale Position des Beraters. Im Unternehmen gibt es niemanden, der nicht Teil der Hierarchie ist. Ich als Beraterin bin niemandem verpflichtet, außer meinem Auftraggeber und dem vereinbarten Projektziel. Ich habe gleichzeitig aber auch keine Weisungsbefugnis und bin darauf angewiesen, dass die MitarbeiterInnen mitarbeiten. Das macht meine Arbeit so spannend: Ich bin mit allen Menschen meines Kundenunternehmens auf Augenhöhe!