Persönlichkeitstests: ein Segen für den Mitarbeiter und ein unlauteres Mittel für personelle Entscheidungen?

Persönlichkeitstests: ein Segen für den Mitarbeiter und ein unlauteres Mittel für personelle Entscheidungen?

Diese Woche hatte ich eine interessante Diskussion über mögliche Konsequenzen aus einem Persönlichkeitstest. Zuerst zum Hintergrund:

In einem Konzern wurden Führungskräfte wie auch High Potentials im Rahmen des internen Anreizsystems in Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung geschickt. Allesamt machten einen Persönlichkeitstest und freuten sich darüber, mit dem Kursleiter in einem intensiven Coachinggespräch konstruktives Feedback zu bekommen.

Das war vor einigen Jahren. Heute stehen durch Pensionierungen personelle Veränderungen ins Haus. Ein künftiger Pensionist hat in seiner Abteilung einen fachlich hochqualifizierten Mitarbeiter, der auch der Gruppe der High Potentials damals zugeordnet war. Doch ihm wird jetzt die Führungsposition aufgrund seines dieser Aufgabe nicht entsprechenden Persönlichkeitsprofils verweigert.

Ist es nicht eine reine Gemeinheit, den Mitarbeiter jahrelang als High Potential zu führen und ihm dann zu erklären, dass man eigentlich schon seit den Kursen weiß, dass er keine Führungsposition und damit Aufstiegsmöglichkeit in diesem Unternehmen bekommen wird? Übrigens wurde damals bei den Tests auch nicht darauf hingewiesen, dass dieser Test für personelle Entscheidungen als Grundlage dienen wird. Auch das ist in meinem Augen mehr als unkorrekt.

Wie sehen Sie das? Sind meine moralischen Ansprüche zu hoch? 

Beteiligen Sie sich bitte an meiner Diskussion und schreiben Sie mir an chathinterauer [dot] com. Mich interessieren die verschiedensten  Meinungen zu diesem Thema!