Organisationsentwicklung: Die Beziehung zwischen den Mitarbeitern und ihren Prozessen

Organisationsentwicklung: Die Beziehung zwischen den Mitarbeitern und ihren Prozessen

Gleichgewicht Prozesse MitarbeiterEs war damals der große Schritt von der Manufaktur zur Fabrik: Das Aufteilen der einzelnen Arbeitsschritte auf verschiedene Personen. So mussten nur wenige Handgriffe beherrscht werden, die Menschen wurden schnell eingelernt und waren gleich schnell wieder ausgetauscht. Seit Henry Ford auf diese Art seine Automobilfabrik organisiert hat, weiß die ganze Welt, was unter Prozessmanagement zu verstehen ist.

 

100 Jahre Fokus auf Prozessmanagement

Etwa 100 Jahre lange haben wir dieses Prinzip in allen möglichen Formen eingeführt und zelebriert. Von unseren Lieferanten haben wir Qualitätszertifikate verlangt, weil wir uns davon gleichbleibende Produkt- und Serviceleistungen erhofften.

 

Der Mensch hat sich inzwischen jedoch vom Fabrikarbeiter weg zu einem anspruchsvolleren Mitarbeiter gemausert. Anspruchsvoll nicht nur gegenüber dem Arbeitgeber, sondern auch sich selbst und der eigenen Weiterentwicklung gegenüber. Wer ist heute noch damit zufrieden, immer die gleichen paar Handgriffe zu tun? Lebensqualität ist uns heute wichtig und bedeutet, sich im Job weiterentwickeln zu können, aber auch privat Prioritäten setzen zu können.

 

Gleichgewicht zwischen Menschen und Prozessen

Heute ist klar, es kann nicht jeder Mitarbeiter einfach das tun, was er für richtig hält. Die Zusammenarbeit muss irgendwie organisiert sein. Jeder muss seinen Zuständigkeitsbereich kennen und wissen, was er von den anderen erwarten kann. Die Zeiten, wo die Verfahrensanweisung à la ISO das einzige Nonplusultra war, sind aber genauso vorbei.

 

Ich bin überzeugt davon, dass es in Zukunft wichtig sein wird, einen Ausgleich zwischen den Menschen - und damit meine ich ganz individuell die Personen und ihre Fähigkeiten und Leidenschaften, die das Unternehmen ausmachen - und den Prozessen zu schaffen. Keines darf Überhand über das andere gewinnen. Die Prozesse müssen klar definiert sein, immer mit Input, Transformation und Output. Dabei ist es wichtig, den Menschen, die für die Transformation zuständig sind, einen gewissen Raum zu geben. Wenn wir Organisationsentwickler gemeinsam mit dem Führungskräften ein Arbeitsumfeld für die Prozessinvolvierten zu schaffen, in dem sie genau ihren Platz kennen, den Sinn ihrer Arbeit sehen und idealerweise auch noch ihre Fähigkeiten und Leidenschaften ausleben können, dann haben wir eine Ablauforganisation geschaffen, die der heutigen Zeit gerecht wird, denn:

 

  • Die Prozesse werden sicherer, weil sich die Mitarbeiter verantwortlicher fühlen.
  • Die Kundenzufriedenheit steigt. Der Reklamationsaufwand sinkt.
  • Die Arbeitsatmosphäre wird deutlich positiver, weil die Mitarbeiter Wertschätzung erfahren.
  • Der Recruitingaufwand sinkt. Gleichzeitig wird es immer leichter, tolle neue Mitarbeiter für das eigene Unternehmen zu finden.
  • Die Gewinnspanne wird sich positiv verändern.
  • Und last but not least wird der Erfolg Freude bei Geschäftsleitung und Eigentümern auslösen.

 

Na, klingt das nicht vernünftig?